Die Kontemplationen

1.Korinther 6,17+19

Kontemplationen wie unterschiedliche Plätze wahrnehmen, wo wir Gott auf immer wieder neue Weise erleben und uns mit ihm vereinigen können

Das Wort hängt mit dem Begriff „Tempel“ (lat. Templum) zusammen, abgeleitet vom griechischen temenos – ein umgrenzter abgeschiedener Ort, und bezeichnet diesen Raum jenseits aller „Nützlichkeit“, allein der Aufnahmeund der Offenbarung einer Gegenwart vorbehalten. Ein kontemplativer Blick ist frei von Besitzinstinkt und Beherrschen-Wollen und erfasst intuitiv die Schönheit der Welt, den tief und geschenkten Sinn des Seienden und der Dinge. Etty berichtet auf einer der ersten Seiten ihres Tagebuches von einem inneren Ereignis, das ihr den Zugang zu einer kontemplativen Offenheit eröffnete: „Wenn ich da ausgestreckt auf meinem Rücken liege, dann ist es mir, als schmiege ich mich an die gute alte Erde selbst, während ich doch in Wirklichkeit nur auf einer weichen Matratze liege. Aber während ich da so liege, so intensiv und ausgestreckt und voller Dankbarkeit für alles, dann ist es gerade so, als sei ich verbunden mit – ja, womit eigentlich? Mit der Erde, mit dem Himmel, mit Gott , mit allem“. Paul Lebeau aus „Das suchende Herz“ Seite 142