Die Völker

Dienstag 20.11.2018 – Fokus: Nahum 1-3Nahum 3,1-5WAZATD 611 – Die Völker

Edelhurerei durch Lüge, Erpressung und Unterschlagung bleibt nicht ungestraft, als Volk, als Stadt und als Mensch.

Das Gericht: Nahum 3,1-5 Weh der mörderischen Stadt, erfüllt mit Lüge und Gewalt! Das Rauben lässt sie nicht. Peitschenknall und rasselnde Räder,  jagende Pferde und rasende Wagen, galoppierende Reiter, flammendes Schwert und blitzender Speer. Durchbohrte Menschen, Haufen von Toten,  Leichen ohne Zahl, man stolpert über die Körper. Das alles für die Hurerei der Edelhure, der Zauberkünstlerin, die durch Unmoral Völker versklavte, ganze Stämme durch ihre Zauberei. "Pass auf! Jetzt gehe ich gegen dich vor!", spricht Jahwe, der allmächtige Gott. "Ich hebe dir das Kleid hoch bis übers Gesicht, ich zeige den Völkern deine Blöße, den Königreichen deine Scham."

Ninive war wie eine Hure, die nach Macht gierte. Es versprach anderen Völkern militärischen Beistand und Schutz, um sie dann unter seine Gewalt zu bringen. Mit diesen Worten spielte Nahum vielleicht auch auf Ischtar, die assyrich-babylonische Göttin der Fruchtbarkeit und des Krieges an, die eine Hure genannt wurde und deren Taten ungemein grausam sein konnten. Ninives Kontrolle über andere stützte sich auf Zauberei. Die Assyrer gebrauchten Hunderte von Zaubersprüchen, um die Zukunft vorauszusagen und das Leben anderer zu beeinflussen. John F.Walvoord und Roy F.Zuck – Das Alte Testament 3 – Seite 611

Mittwoch 25.7.2012 – Fokus: Hosea 9-11 - Hosea 9,7+10,4Jakob Kroeker - Die Geschichte - Die Völker - Die Propheten Israels

Den Löwen von Juda anrufen, dass er nicht auf der Lauer liegen muss, um uns zu vernichten, sondern brüllt, dass wir endlich für seinen Willen und für seine wunderbaren Verheißungen aufwachen.

Die Tragik: Hos 9,7 Die Tage der Heimsuchung sind gekommen, die Tage der Vergeltung sind da! Israel soll erfahren, ob der Prophet ein Narr sei, wahnsinnig der Geistesmensch! Und das um deiner großen Schuld willen, weil du so feindselig warst. - 10,4 Leere Worte reden, falsche Eide schwören, Bündnisse schließen, so dass das Gericht aufsprosst wie Unkraut aus den Furchen des Ackers!  

Durch diese ergreifenden Schilderungen sucht der Prophet seinem Volke den ganzen Ernst seiner geschichtlichen Stunde vor die Seele zu führen. Er erreichte jedoch nicht, was seine Gerichtsbotschaft erreichen sollte. Im Gegenteil, sie trug ihm jene Leiden ein, die jede höhere Offenbarung in ihrem Dienst zu erdulden hatte. Das Licht wurde Finsternis genannt, die Wahrheit galt als Lüge, der Prophet Gottes ein politischer Narr und Demagoge. Aber wenn die Tage der Heimsuchung und Vergeltung gekommen sind, alsdann wird Israel erkennen, ob der Prophet ein Narr gewesen ist und ob der Mann des Geistes ein Wahnsinniger war. 

Denn unter diesem Urteil stand der Dienst des Propheten. Und vom rein weltlichen und machtpolitischen Standpunkte aus war es tatsächlich eine wahnsinnige Anmassung des Propheten, die großen Fragen der Politik mit ihren Notwendigkeiten besser beurteilen zu wollen, als es die verantwortlichen Träger des Nordreiches zu tun vermochten. Es war doch gewiss nicht die Absicht der politischen Leitung, das Land ins Verderben zu stürzen, den Staatskörper bewusst zerschlagen zu lassen, dem Volk durch die großen Weltmächte Heimat und Freiheit nehmen zu lassen. Und doch lebte man in jener großen Täuschung, die mit dem Gericht enden musste, dem man zu entfliehen hoffte. Man rechnete eben nicht mit jenen unsichtbaren Geschichtsfaktoren, die außerhalb der politischen Berechnung und staatsmännischen Klugheit liegen: mit Gottes verborgener Weltregierung! Innerlich dem Wesen der Weltvölker gleich geworden, muss die Geschichte Israels wieder in Ägypten und Assur enden. 

Auch hinter jeder noch so stark betriebenen Nationalpolitik gibt es eine sich auswirkende Gerechtigkeit und Heiligkeit, der sich kein Volk auf die Dauer entziehen kann. Gott lässt sich im Blick auf das Kommen seiner Königsherrschaft von keiner Weltmacht Schranken ziehen. Er ist stark genug, auch jede Auflehnung einer Weltmacht so auszunutzen, dass sie zum Gericht für sich selbst und zu einem Segen für das Kommen seines Königreiches werden muss. Von uns aus gesehen erscheint die ganze Weltgeschichte daher als ungeheurer Wirrwarr. Die Menschheit als Gesamtheit schafft eine Geschichte, die niemand mehr verstehen kann. Von Gott und dem Kommen seiner Königsherrschaft aus gesehen, ist nichts zwecklos. Wenn Gott nicht Herr auch des Weltgeschehens wäre, dann wäre unendlich vieles völlig sinnlos. Als Herr der Geschichte zieht Er aber auch das Sinnlose der Menschheit mit in sein Walten hinein, um durch alles hindurch die Grundlagen für sein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens vorzubereiten. Jakob Kroeker