Gerechtigkeit leben

Jesaja 58,6-8

Montag 15.2.2021 – SONNTAG ESTOMIHI – Der Predigttext: Jesaja 58,1-9 - Jesaja 58,6-8Gerechtigkeit leben / Das wahre Fasten / Die Coronakrise - Prälatin Dagmar Zobel

Das wahre Fasten lernen, das Gott gefällt, Verzicht an Konsum üben, die Unterdrückung von Menschen abschaffen, die Bedürftigen unterstützen und der Schöpfung durch einen neuen Lebensstil gerecht werden

Der Lebensstil:

Jesaja 58,6-8 Nein, ein Fasten, das mir gefällt, ist so: Löst die Fesseln der Ungerechtigkeit, knotet die Jochstricke auf, gebt Misshandelten die Freiheit, schafft jede Art von Unterdrückung ab! Ladet Hungernde an euren Tisch, nehmt Obdachlose bei euch auf! Wenn du jemand halbnackt und zerlumpt herumlaufen siehst, dann gib ihm etwas anzuziehen! Hilf dem in deinem Volk, der deine Hilfe braucht! Dann strahlt dein Licht wie die Morgenröte auf, und deine Wunden heilen schnell. Dann zieht die Gerechtigkeit vor dir her, / und die Herrlichkeit Jahwes wird deine Nachhut sein. 

 Wie geht Fasten? Die prophetische Rede stellt das sehr klar und deutlich vor Augen. Da kann man nichts missverstehen. Umkehr und Buße und Fasten haben in erster Linie etwas mit einem gerechten Ausgleich zu tun. Es geht um den Versuch, Verhältnisse wieder herzustellen, die das Leben für alle möglich macht, so wie Gott es für seine Menschen gedacht hat.

Ein Verzicht, der nur mir selbst zugutekommt, meiner Gesundheit, meinem Körper, meiner Seelenruhe, der geht an dem vorbei, worauf dieses Fasten zielt. Eigentlich wissen wir das doch. Eigentlich sollte es anders sein: Aus meiner Fülle teile ich etwas, damit andere leben können, meine Privilegien will ich nicht um den Preis behalten, dass anderen dafür die Lebensgrundlagen entzogen werden, meine Macht will ich nicht nutzen, um anderen die Freiheit zu nehmen. Reichtum, Fülle und Überfluss sollen wir einsetzen, um anderen zu helfen. Es ist uns aufgegeben, für einen Ausgleich zwischen Reich und Arm zu sorgen. Das ist die Aufgabe, die uns Gott stellt. Damit wir sie erfüllen können, müssen wir tatsächlich etwas aufgeben. Etwas von unserem Geld, von unserer Zeit. Und weil unsere Lebensweise Einwirkungen auf das Weltklima hat und weil der Klimawandel schlimme Folgen auf der ganzen Erde mit sich bringt, deshalb müssen auch wir etwas von unserem gehobenen Lebensstil aufgeben. Es sind halt nicht nur andere Kräfte, die diese Katastrophe beschleunigen, es sind auch wir.
Die Pandemie führt uns so deutlich vor Augen, wie wir als Weltgemeinschaft aufeinander gewiesen sind. Umkehr und Umdenken sind nötig, um diese Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.
Prälatin Dagmar Zobel, Freiburg aus ihrer Predigt zum Sonntag Estomihi 2021

Samstag 20.10.2018 – Fokus: Jeremia 5+6 Jeremia 5,1-3KOCBMB 101 – Gerechtigkeit leben

Vom einen Gerechten Gerechtigkeit beziehen, um sie dann ganz selbstverständlich in unseren Umfeldern leben zu können.

Die Tragik: Jeremia kniete nieder. Tief beugte er sein Haupt. Er sprach: „Ach Herr, du bedrohst unser Volk und deine Stadt mit Deinem Gericht. Wir haben es verdient. Ich weiß es. Aber – wie einst Abraham  für die heidnische Stadt Sodom bat, so bitte ich dich für deine Stadt, für Jerusalem …“ Jeremia schwieg. Er wagte nicht eine Zahl von Gerechten zu nennen, die man in der Stadt wohl finden könnte um derentwillen sie dann verschont würde. Aber wenn er daran dachte, daß Jerusalem Gottes Stadt war, in der der Tempel des Herrn stand, in der Priester und Propheten sich um den Willen Gottes mühten, dann meinte er an fünfzig Gerechte denken zu dürefen. – Jeremia verharrte in gebeugter Haltung. Dann hörte er die Stimme des Herrn: Hermann Koch KOCBMB 101

Jeremia 5,1-3 Streifet durch die Gassen Jerusalems und sehet doch nach und erkundigt euch und forschet nach auf ihren Plätzen, ob ihr einen Mann findet, ob einer da sei, der Recht übt und sich der Wahrhaftigkeit befleißigt; so will ich ihr vergeben! Aber wenn sie auch sagen: «So wahr der HERR lebt!» so schwören sie dennoch falsch. HERR, sehen deine Augen nicht auf Wahrhaftigkeit? Du hast sie geschlagen, aber es tat ihnen nicht weh; du hast sie fast aufgerieben, aber sie wollten keine Zucht annehmen; sie machten ihr Angesicht härter als Fels, sie wollten nicht umkehren!

Dienstag 26.9.2017 – Fokus: Jeremia 7+8 - Jeremia 7,3-7 - F.B.Meyer - Gerechtigkeit leben

Wer glaubt der bleibt, er weiß wie er wandeln soll im Dickicht des Alltags, weil er ungewöhnliche Dinge tun kann, die seinem Inneren entspringen.

Die Herausforderung: Jer 7,3-7 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euren Wandel und eure Taten, so will ich euch an diesem Orte wohnen lassen! Verlaßt euch nicht auf trügerische Worte wie diese: «Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN ist dies!» Denn nur wenn ihr euren Wandel und eure Taten ernstlich bessert, wenn ihr wirklich Recht schafft untereinander, wenn ihr die Fremdlinge, die Waisen und Witwen nicht bedrückt und an dieser Stätte kein unschuldiges Blut vergießt und nicht andern Göttern nachwandelt zu eurem eigenen Schaden, dann will ich euch an diesem Orte wohnen lassen, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, von Ewigkeit zu Ewigkeit. –

Die Menschen können an den heiligsten Zeremonien festhalten und daneben die größten Verbrechen begehen. Die Gegenwart eines Tempels mit allem seinem Priesterdienst beweist noch nicht die vorhandene Heiligkeit, sondern oft sogar das Gegenteil. In gewissen Ländern erflehen sich ja selbst die Räuber den Segen des Himmels für ihre geplanten Mordtaten und Plünderungen. Unsere Sicherheit besteht nicht in äußeren Formen, sondern darin, dass wir unsere Wege und Handlungen bessern. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir gottselige Eltern gehabt, oder uns mit heiligen Dingen abgegeben haben; auch unsere genaue Beobachtung gottesdienstlicher Formen kann uns nichts helfen, wenn wir es nicht redlich meinen mit Gott. Die wahre Religion besteht nicht im Tempeldienst, sondern in Demut, Selbstlosigkeit und Gottseligkeit. Frederick Brotherton Meyer

Donnerstag 3.3.2016 – Fokus: Hesekiel 17-19 - Hesekiel 18,5-9 - SCHDKL 125 - Gerechtigkeit leben 

Entspannt Gerechtigkeit leben lernen, zunehmend erfüllt mit der Gerechtigkeit von Jesus Christus, die uns die Kraft dazu gibt.

Die Herausforderung:

Hesekiel 18,5-9 Wenn jemand das Rechte tut und lebt, wie es mir gefällt, wenn er nicht von den Opfern auf den Bergen isst, nicht zu den Götzen des Hauses Israel aufschaut, wenn er die Frau seines Nächsten nicht berührt und auch nicht seine eigene Frau, wenn sie ihre Tage hat, wenn er niemand unterdrückt und dem Schuldner sein Pfand wiedergibt, wenn er sein Brot mit dem Hungernden teilt und den Nackten mit Kleidung versorgt, wenn er keinen Wucherzins nimmt und sich nicht an Unrecht beteiligt und im Gericht ein unparteiisches Urteil fällt, wenn er sich an meine Ordnungen hält und treu tut, was recht vor mir ist - der ist gerecht. Er soll am Leben bleiben, spricht Jahwe, der Herr.

Ein "klingender Mensch" ist kein Knecht, sondern ein Diener. Er dient Gott - nicht weil er es muss und nicht weil es ihm nützt, sondern weil er es will. Die Furcht macht uns klein, die Ehrfurcht richtet uns auf. Das knechtische Leben berechnet den Nutzen; das dienende Leben verschenkt sich, es ist barmherzig und dadurch frei. - Der Lohn dafür, dass ich die Gebote halte, ist nicht irgendeine Belohnung, auf die man schielen könnte, sondern es ist das Leben selbst! Das ist der Grundtenor. Die Gebote sind es “durch die der Mensch lebt, wenn er sie tut!“ Neh.9,29. Eben das ist es ja, was mich der Geigenbau lehrt: Der Lohn dafür, dass ich die Gebote der Akustik halte, ist nicht eine besondere Belohnung, sondern es ist der Klang der Geige selbst! Was will ich mehr? Der hörbare Klang ist Gleichnis für das gelebte Leben. Ein guter Klang ist Gleichnis für die Gerechtigkeit. Darum heißt es beim Propheten Hesekiel 18,9: „Wer nach meinen Gesetzen lebt und meine Gebote hält, dass er danach tut: das ist ein Gerechter“ Martin Schleske - Der Klang Seite 125