Donnerstag 30.10.2014 - Die Erfüllung des GesetzesMatthäus 5,25+26 - GRÜBVJ 53 - Jesus der Versöhner

Vorwürfe von anderen, aber auch von mir selbst, wie Feuer durch die Gnade löschen und sie dann erst verarbeiten. Foto Fotolia

Die Orientierung: Mt 5,25+26 Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Wege bist; damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter überantworte, und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe, und du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast! – Im griechischen Urtext heißt es einfach: „solange du noch auf dem Weg bist“. Solange ich lebe und in Bewegung bin, muss ich mich mit meinem Gegner versöhnen. Hier ist vor allem der innere Gegner gemeint, all das, was ich in mir selbst bekämpfe, was ich nicht annehmen kann. Solange ich auf dem Weg bin, soll ich mich mit dem inneren Gegner versöhnen. Ich muss versuchen meine Schattenseiten anzunehmen, die ich am Liebsten abschneiden möchte. Wenn ich mich nicht mit meinen Schattenseiten versöhne, dann führen sie mich vor den inneren Richter, vor die Instanz des Über-Ichs. Der innere Richter wird mich dem Gerichtsdiener übergeben, der mich mit Selbstvorwürfen peinigt, der mich in meinen Lebensmustern festhält. Und er wird mich ins Gefängnis werfen. Ich werde so in mir gefangen sein, dass es irgendwann zu spät ist, dass es irgendwann zu spät sein wird, aus diesem inneren Gefängnis auszubrechen. Solange ich auf dem Weg bin, ist es meine Aufgabe, mich mit mir selbst auszusöhnen. Nur dann werde ich auch fähig sein, mich mit den Gegnern zu versöhnen, die meine Wege kreuzen. Anselm Grün GRÜBVJ 53

Montag 30.4.2018 – Die Chronik: Die Gründerzeit des ersten Staates IsraelDer Fokus: Saul bei Samuel in Rama 1.Samuel 9,1-271.Samuel 9,9 / Joel 3,1 / Apostelgeschichte 2,17 GRÜBVJ 144f  – Die Gabe der Prophetie

Unsere Seele bei Gott beruhigt und gestillt, das sehen lernen worauf Gott unsere Aufmerksamkeit lenken und durch uns hinein sprechen will in die Welt

Die Orientierung:

1.Samuel 9,9 Vorzeiten sagte man in Israel, wenn man ging, Gott zu befragen: Kommt, lasst uns zum Seher gehen! Denn die man jetzt Propheten heißt, die hieß man vorzeiten Seher.

Das Alte Testament kennt noch eine andere Bezeichnung für den Propheten – „den Seher“. „Denn wer heute Prophet genannt wird, hieß früher Seher.“ (1.Sam.9,9). Das griechische Wort „prophetes“ meint einen Menschen, der offen und verbindlich spricht. Ein Prophet ist, wer für jemanden, an seiner Stelle und in seinem Auftrag, anderen etwas mitteilt. – Jesus ist der, der uns verkündet, was er selbst gesehen hat. „Der einzige, der Gott ist uns am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. (Johannes 1,8) Jesus ist der wahre Seher. Er lässt uns teilhaben an dem, was er gesehen hat. Wenn er seinen Geist über uns ausgießt, dann werden wir selbst zu Propheten. So sagt es uns Lukas in der Apostelgeschichte: “Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben.“  Joel 3,1 /  Apostelgeschichte 2,17 – Prophet sein heißt für mich, dass ich durch mein Leben etwas von Gott ausdrücke, das nur durch mich in dieser Welt Ausdruck finden kann. Gott will durch mich in diese Welt etwas hineinsprechen, was er nur durch mich, so wie ich geworden bin, vernehmbar machen kann. – Jesus, der von Gott gesandte Prophet  ermutigt mich, dem zu trauen, was ich gesagt habe. Er macht mich zugleich sensibel dafür, dass ich es nicht aus mir selbst heraus verkünden kann, sondern nur, wenn ich durchlässig bin für Gottes Geist. Anselm Grün aus "Bilder von Jesus" Seite 144f

Dienstag 30.8.2016 – Die Chronik: Die Verherrlichung des Königs - Der Fokus: Die erste Heilung und Predigt von Petrus - Apostelgeschichte 3,1-26 Apostelgeschichte 3,15 - GRÜBVJ 152 - Jesus der Anführer zum Leben

Vom Fürst des Lebens höchstpersönlich allein und gemeinsam dirigiert werden, um seine Kompositionen durch unser Leben umzusetzen.

Die Faszination:

Apostelgeschichte 3,15 Den Urheber des Lebens aber habt ihr getötet; Das ist der, den Gott aus den Toten auferweckt hat. Wir sind Zeugen davon.

Jesus führt uns zum Leben, indem er sich auf die Suche nach dem Verlorenen in uns macht und uns wieder zur Ganzheit führt. Er stiftet uns zum Leben an. Das deutsche Wort „anstiften“ kommt von „stiften“, was „schenken“, „gründen“, „ins Werk setzen“, „erbauen“ bedeutet. Jesus stiftet uns mit seinen Worten und seinem Verhalten zum Leben an. Gerade mit den Worten, die uns zunächst befremden, will Jesus uns die Augen öffnen für das eigentliche Leben. Er provoziert uns, damit wir uns aufmachen zum wirklichen Leben. Er öffnet uns die Augen, damit wir all das Ungelebte in uns entdecken. Oft werden wir gelebt, anstatt uns selbst zu leben. Jesus stiftet uns zum eigenen Leben an. Er ermutigt uns unseren ureigenen Weg zu gehen. Nur so werden wir lebendig, zu Zeugen des Lebens. – Leider verstehen viele Christen Jesus nicht als Anführer zum Leben, sondern eher als Zuflucht vor dem Leben. Weil sie Angst vor dem Leben und seinen Auseinandersetzungen haben, fliehen sie zu Jesus. - Jesus stiftet uns an, das eigene Leben zu wagen, ohne ständig auf die Meinungen anderer zu achten. Anselm Grün aus "Bilder von Jesus" Seite 152 - Die Ehe, der Freundeskreis, die Gemeinde, die Firma, die Gesellschaft, das Land – all die Gemeinschaften, in denen ich lebe, sind vor Gott ein Du. Wie ein Geigenbauer die Resonanz des Klanges gestaltet, so soll auch dieses Du eine Gestalt haben, an der man sich freuen kann. Martin Schleske aus "Der Klang" Seite 318