Matthäus 9,20

Foto Fotolia

Donnerstag 3.2.2011 - Lesung: Matthäus 9,18-26 - Matthäus 9,20 - GRÜWZL 215 - In Beziehung leben

In Liebesberührung mit unserem geliebten Jesus bleiben, um fähiger zu werden in Beziehung mit ihm, aber auch mit unseren Mitmenschen zu bleiben.

Die Faszination: Mt 9,20 Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu und rührte den Saum seines Kleides an. – Die Frau, die seit 12 Jahren an Blutfluß leidet, deren Regelblutungen nicht aufhören möchte, hat Probleme mit ihrem Frausein, mit ihrer Sexualität. Man kann die Zahl 12 auch symbolisch auslegen. Sie drückt einmal die Ganzheit des Menschen aus, aber sie meint zugleich auch seine Beziehungsfähigkeit. Der Mensch kommt erst zu seinem wahren Wesen, wenn er beziehungsfähig ist. Beide Kranke sind dies offensichtlich nicht. Die blutflüssige Frau möchte Beziehung eingehen. Aber es gelingt ihr nicht, weil sie den verkehrten Weg geht. Sie gibt immer nur um Zuwendung zu bekommen. Sie gibt ihr Blut, das heißt: ihre Kraft, ihre Lebendigkeit, ihre Vitalität, nur um bei anderen beliebt zu sein. Der Wendepunkt tritt bei der Frau ein, als sie ihr Geben aufgibt und sich stattdessen einfach den Zipfel von Jesu Gewand nimmt. Anselm Grün GRÜWZL 215

Ja mein lieber Rabbi, Du heilst uns von unseren vielfältigen Unliebesspielen, von unserer  Beziehungslosigkeit. Unsere Heilung kommt durch die Beziehung mit Dir, mit anderen, mit mir selbst, aber auch mit der Welt und unserem Jetzt in der Zeit. Warum verpufft Heilung so oft, weil wir nicht weiter in die Beziehung mit Dir hineinwachsen, in Dir aufgehen und Du in uns. Das ist die Heilung: Du in mir und ich in Dir. Vorher gibt es keine wirkliche Heilung. Leider muss ich die Diagnose treffen, dass wir Christen westlicher oder abendländischer Art besonders beziehungsunfähig sind. Diese Krankheit wird aber in Predigten nicht diagnostiziert, deshalb bleiben wir weiter mehr oder weniger krank und gesunden nicht. Meine ganze Kraft, meine ganzes Herz und meine ganze Seele soll ununterbrochen mit Dir in Beziehung bleiben. So kann ich mich während des Tages nicht mehr verlieren. Wir verlieren uns auch in der Sexualität, wenn sie nicht aufgeht in der Beziehung mit Dir und zwischen Mann und Frau, die angeschlossen sind an ihr ureigenes Geschlecht. Die Menschen nehmen uns unsere Christusorientiertheit einfach nicht ab, wenn sich unser Glaube nicht in Beziehungs- und Schöpfungsorientiertheit ausdrückt. Das ist meine Heilung von allen meinen Krankheiten, wenn ich in Dir aufgehe und Du in mir, sowie wir zusammen in der Welt.