9. SONNTAG NACH TRINITATIS - Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. Lukas 12,48

Matthäus 25,14-30 - Philliper 3,7-14 - Matthäus 7,24-27 - Jeremia 1,4-10 - Matthäus 13,44-46 - 1.Petrsu 4,7-11

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Matthäus 7,24-27 / Matthäus 5,41

Montag 16.8.2021 – 9. SONNTAG NACH TRINITATISMatthäus 7,24-27Matthäus 5,41Einen Raum für Menschen auf festem Grund bauen / Das Dominante überwindenDekanin Dr. Juliane Baur, Schorndorf 

Einen sicheren Raum für sich und Menschen gestalten, der in allen Lebenslagen und Widerwärtigkeiten Geborgenheit auslöst

Der Lebensstil:

Womöglich ist das Problem, dass wir viel zu selten überlegen, worin unser Lebens-Fundament überhaupt besteht und was die Kriterien für das eigene Handeln sind, stattdessen ungeprüft einfach das Nächstliegende tun? Haben wir vielleicht schlicht genug zu tun mit der Alltagsbewältigung, die aufreibend ist, und vergessen darüber, was im Leben wirklich trägt? Wäre es so, dann wären wir im Sinne des Gleichnisses wohl töricht.
Schieben wir das Gleichnis also nicht zu schnell als eindeutig und leicht verständlich zur Seite, und fangen wir nochmals an: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Menschen. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Menschen.“

Selig seid – ihr. Das ist die Überschrift der Bergpredigt und steht über all den steilen Forderungen. Es ist ein Raum, der zur Verfügung gestellt wird, ein Raum, in dem alle Wertschätzung erhalten, alle willkommen sind und gebraucht werden. Das steht über allem anderen. Das ermöglicht alles andere.

Ein Beispiel zeigt, wie eine Zwangssituation in eine Chance für alle verändert werden kann. „Wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei.“ Matthäus 5,41. Das kann sicher nicht die Aufforderung sein, sich einfach duldsam unterdrücken zu lassen – sonst wäre es ja genau das Gegenteil von dem, was die Seligpreisungen als Überschrift der Bergpredigt zum Ausdruck bringen. Sonst wäre der eröffnete Raum wieder verloren. Was aber dann? Wer freiwillig statt der erzwungenen einen Meile zwei Meilen mitgeht, bringt zum Ausdruck: „Ich lasse mich nicht unterdrücken. Ich sehe, dass offenbar gerade Hilfe benötigt wird, ich helfe gerne und scheue dabei keine Mühe.“ Spüren wir das? Das ist eine selbstbewusste, starke Reaktion, die zudem ermöglicht, den anderen lernen zu lassen, wie man besser miteinander umgehen kann – ohne ihn bloß zu stellen. Dekanin Dr. Juliane Baur, Schorndorf aus ihrer Predigt

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9.SONNTAG NACH TRINITATIS 5.8.2012 - Jeremia 1,4-10 - Jeremia 1,10 - SCHDPP - Die Gemeindeentwicklung

Anerkennen dass Gott bei der Formung seiner Kunstwerke, zuerst das Unansehliche abbrechen muss, dass das Neue wunderbar gestaltet werden kann.

Die Herausforderung: Jer. 1,10 Siehe, ich bestelle dich an diesem Tage über die Nationen und über die Königreiche, um auszurotten und niederzureißen und zu zerstören und abzubrechen, um zu bauen und um zu pflanzen.

Wenn ein neuer Anfang geschehen soll, dann muss das verfahrene Alte erst einmal raus. Doch da, wo Fanatiker auch heute nur Zerstörung anrichten, ist für Jeremia erst der halbe Auftrag getan. Er soll auch noch pflanzen und bauen. Das bleibt in all den Wirren und Schrecken der Zeit Jeremias der große Trost: Gott gibt sein Volk nicht verloren, selbst als ein Großteil nach Babel verschleppt wird. Nein, das ist nicht das Ende. Nach der Katastrophe wird Gott einen neuen Anfang machen. Dort, wo Zerstörung herrscht, soll neu gepflanzt und gebaut werden. Peter Schuchardt vom 13.8.2006