22. Auf den schweren Wege der Vertreibung und des Exils auf Gott vertrauen lernen - Jeremia 29+30

Freitag 6.10.2017 – Fokus: Jeremia 28+29 - Jeremia 29,12+13 - SCHDKL 19 - Gott suchen und erleben - Gelebte Empfänglichkeit - Erfüllung - Berufung - Sinn - Erkenntnisgegenstand bestimmt die Erkenntnismethode

Akribisch mit ganzem Herzen den Erkenntnisgegenstand Gott und sein Handeln in seiner Schöpfung Erde und in unserem Leben erforschen, dass wir ihn immer wieder neu finden und in den Arm nehmen können. Foto Fotolia 

Die Ermutigung: In der empirischen Physik gibt es die Grundregel und in mancherlei Hinsicht gilt dies auch für Dinge des inneren Lebens. Sie lautet: Der Erkenntnisgegenstand bestimmt die Erkenntnismethode. Was erfordert Gott, um erkannt zu werden? Beim Propheten Jeremia findet sich ein Hinweis. Dort heißt es: Jeremia 29,12+13 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören; ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, … wie sonst kann ich dieses Wort verstehen, als dass Gott vom suchenden Menschen gefunden werden will? Alles Suchen, Fragen, Forschen und Beten ist gelebte Empfänglichkeit. Es ist der Aufbruch des inneren Menschen. – Wenn mein Leben mir etwas wert ist, dann werde ich mich aufmachen und mein Dasein als eine Pilgerschaft des suchenden und hörenden Lebens verstehen. So werde ich aufbrechen, fragen, ausschauen und forschen. – Habe ich denn ein Recht, zu hoffen, Erfüllung, Berufung und Sinn könne man so eben nebenbei finden. Michael Schleske SCHDKL 19  

Ja abba Vater, unser geistliches Leben muss dem eines unermüdlichen Forschers gleichen, der sich von einer Erkenntnis zur Nächsten hangelt. Wenn er etwas erfinden will versagt er, wenn er sich aber auf die naturwissenschaftlichen Fakten einlässt, dann gelingt es ihm. Mein Gott, Du bist mein wichtigstes Forschungsprojekt, Dein Reich, wie es sich entfalten will und dein Willen zu erkennen und zu fördern gelingt mir nicht so, wie ich es mir wünsche. Danke für die Ermutigung heute, das ich nicht nachlasse, tut mir gut. Leider gibt es nur wenige, die mit mir forschen. Führe Du uns zusammen, dass wir uns unterstützen können.     

21.SONNTAG NACH TRINITATIS 28.10.2012 - Predigttext: Jeremia 29,1-14 - Jeremia 29,10-11 - RAGBDI 312+315 - Aufleben in Schwierigkeiten

Immer wieder den Ausgang aus gottlosem und ausweglosem Leben finden, um wieder voll den Auftrag wahrzunehmen, die Gott uns gegeben hat.

Die Faszination: Jer.29,10-11 Denn so spricht Jahwe: Sobald siebzig Jahre für Babel voll sind, werde ich mich eurer annehmen und mein gutes Wort an euch erfüllen, euch an diesen Ort zurückzubringen. Denn ich weiß ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht Jahwe, Gedanken des Friedens und nicht zum Unglück, um euch Ausgang und Hoffnung zu gewähren. 

Der zweite große Gewinn der Katastrophe aber ist: Israel ist nun Baal los. Denn Baal hing eben auf der einen Seite mit „Grund und Boden“ zusammen und auf der anderen Seite mit dem Volk als „Nation“ zusammen. Das ist nun vorbei. Babylon hatte ja seinen Baal und der konnte nicht zugleich Israels Baal sein. Israel musste sich an seinen Gott halten. – Das Exil bedeutet eine lange, harte Schule der Entwöhnung, der Abstinenz von allem Baalsdienst, der Erneuerung von Gott her zu Gott hin. – Israel ist durch seine Propheten gerettet worden. Ganz besonders durch Jeremia, seinen letzten vor dem Untergang, der dank seiner kein endgültiger Untergang geworden ist. Leonhard Ragaz RAGBDI 312+315

Ja abba Vater, danke für die Exile meines Lebens, die mich entwöhnt haben und weiter entwöhnen von einem gottlosen Leben. Wir verlassen uns gerne auf unser Vermögen, auf unser Unternehmen, auf unsere Organisation, auf unsere Gebäude und auf unseren Grund und Boden, aber auch Funktionen in der Kirchengemeinde. Entwöhne Du mich weiter von allem gottlosen in meinem Leben. Du erfüllst Dein Wort an uns, das steht fest. Du zeigst uns andere Hoffnungen und schaffst uns immer wieder einen Ausgang zu Dir. Den gehe ich heute wieder entschlossen aus allen Bindungen und Verwirrungen meines Lebens. Du hast uns zur Freiheit und zur Selbstverständlichkeit berufen, ein Haus zu bauen, eine Frau zu nehmen und Kinder zu gewähren, sowie Frieden für mein Umfeld als Prophet zu suchen. Danke dass ich mich an dem Ort wahrnehmen kann, an dem Du mich auf eine einzigartige aber auch sonderbare Art und Weise benutzt. Lass heute wieder meine Wirksamkeit zunehmen.