Das Wachstum von Christus in uns

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Lukas 1,49

Montag 26.1.2026 – Der Fokus: Lukas 1,46-56 Der Lobgesang Marias - Lukas 1,49Das Wachstum von Christus in uns - Thomas Merton MERCHK 241+242

Wie eine Schwangere, den gezeugten Christus in uns durch unser Vertrauen auf sein Wachstum in uns zunehmen lassen, um ihn auf die Welt zu bringen und Gottes Macht offenbar werden zu lassen

Die Faszination:

„Der Mächtige hat Großes an mir getan" (Lukas 1,49).

Es  wird bei der Beurteilung von Maria vergessen, dass ihr größte Herrlichkeit in ihrem Nichtssein besteht. in der Tatsache, dass sie die ,,Magd des Herrn" ist. Eine Frau, die so zur Mutter Gottes wurde, dass sie sich einfach in Liebe und in reinem Glaubensgehorsam seinem Gebot unterworfen hat. Sie ist nicht wegen irgendeines mythischen pseudo-göttlichen Vorzugs ,selig", sondern als eine, die innerhalb aller ihrer menschlichen und weiblichen Beschränkungen ,geglaubt hat" (Lukas 1,45)

Der Glaube und die Treue dieser demütigen Magd voller Gnade (Lukas 1,28) ist es, was sie befähigt hat, zum vollkommenen Instrument Gottes zu werden und zu nichts anderem als seinem Instrument. Das Werk, das in ihr geschehen ist, war rein das Werk Gottes. „Der Mächtige hat Großes an mir getan" (Lukas 1,49). Die Herrlichkeit

Marias ist rein und einfach die Herrlichkeit Gottes in ihr und sie kann wie jeder andere Mensch sagen, dass sie nichts habe, was sie nicht von ihm durch Christus empfangen hätte. Tatsächlich ist genau das ihre größte Herrlichkeit: dass sie nichts aus sich selbst hat, nichts von einem, Selbst" zurückbehält. das sich in irgendeiner Hinsicht um seiner selbst willen rühmen könnte. So stellte sie der Barmherzigkeit Gottes nichts in den Weg und leistete seiner Liebe und seinem Willen keinerlei Widerstand. Von daher empfing sie von ihm mehr als jeder andere Heilige. Maria war fähig, Gottes Willen in sich vollkommen geschehen zu lassen; weil es in ihr keinerlei egoistisches Selbst gab, wurde Gottes Freiheit in keiner Weise in ihrer Absicht behindert oder abgelenkt. Sie war und ist genau deswegen im höchsten Sinn eine Person, weil sie als ,Unbefleckte" von jedem Makel der Selbstsucht frei war, die Gottes Licht in ihrem Wesen hätte verschatten können. Sie verkörperte also eine Freiheit, die ihm vollkommen gehorchte, und in diesem Gehorsam fand sie zur Fülle der vollkommenen Liebe. Thomas Merton aus „Christliche Kontemplation“ Seite 241+242


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Lukas 1,37+38

Montag 27.12.2021 – Der Fokus: Lukas 1,26-33 Die Ankündigung der Geburt von Jesus - Lukas 1,37+38Das Wachstum von Christus ins uns - Holgus 

Wie Maria Christus in uns durch den Heiligen Geist zeugen und aufwachsen lassen, um ihn wie es verheißen ist, auf unterschiedliche Art und Weise auf die Welt zu bringen 

Die Faszination:

Lukas 1,37+38 Für Gott ist nichts unmöglich." Da sagte Maria: "Ich gehöre ganz dem Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen." Darauf verließ sie der Engel.

Dasselbe Angebot wie der Engel der Maria machte und die darauf positiv reagierte, indem sie das Verheißene an sich und durch sich geschehen lassen wollte, macht uns Jesus auch. Das Christsein ist etwas, das an, in und durch uns durch Christus geschieht. Wir haben eigentlich nur sein Wort zu lesen und zuzustimmen, dass er es in und durch uns umfassend – eine Verheißung nach der anderen - verwirklicht. Wir werden dann merken, dass unser innerer Mensch mit Christus in uns – allerdings nach meiner Erfahrung langsam - wächst und immer ausgeprägter durch uns zur Welt - gerade in den Umständen und Schwierigkeiten in denen wir leben -  kommt. Christsein ist ein erstmal ein passives an sich geschehen lassen, das uns von selbst in wirksame und fruchtbare Wirksamkeit und Tätigkeiten hineinführt. Wenn es das nicht ist, dann ist es bestenfalls Religion oder Philosophie, die wir versuchen zu leben. Christus in uns selbstverständlich aufwachsen zu lassen und auf die Welt zu bringen, haben wir von Maria – aber auch von vielen Vorbildern – durch den Heiligen Geist zu lernen. Die Verheißung, dass für Gott nichts unmöglich ist, stärkt uns auch in diesem Wachstumsprozess. Holgus 27.12.2021