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Jeremia 25,34-38 / Jeremia 4,7

Montag 23.6.2025 – Der Fokus: Jeremia 25,15-38 Das Gericht über Babel und die Heidenvölker - Jeremia 25.34-38 / Jeremia 4,7Gott als Löwe - Helmut Lamparter 

Gott als Löwen wahrnehmen, der die von ihm geschenkten Friedenszeiten wegen zunehmender Gottlosigkeit beendet und Länder zu Wüsten macht

Das Gericht: 

Jeremia 25,34-38 Heult, ihr Völkerhirten und schreit! Wälzt euch in der Asche, ihr Mächtigen der Herde, denn jetzt seid ihr an der Reihe, geschlachtet zu werden. Ich schmettere euch zu Boden wie ein kostbares Gefäß. Verloren ist die Zuflucht der Hirten, für die Herrlichen der Völkerherde gibt es kein Entkommen. Hört das Geschrei der Hirten, das Heulen der Herrscher der Herde, denn Jahwe verwüstet ihre Weide. Der Gluthauch seines Zorns zerstört die Auen des Friedens. Wie ein Löwe verlässt er sein Versteck, denn ihr Land ist zur Wüste geworden durch das furchtbare Schwert, durch Jahwes glühenden Zorn. Ein Löwe kommt aus seinem Dickicht, der Völkervernichter bricht auf. Er verlässt seinen Ort, um dein Land zur Wüste zu machen. Deine Städte werden veröden, weil keiner darin wohnt." (Jeremia 4,7)

Mit den Versen 34-38 der Kapitels Jeremia 25 wendet sich der Prophet selbst an die Hirten der Völker, ihre Könige und Regenten, und fordert Sie auf, über sich selbst mit lautem Geschrei und Heulen die Totenklage anzustimmen (V.34). Denn der Zeitpunkt ist gekommen, da sie wie Opfertiere geschlachtet werden. Schonungslos und unentrinnbar bricht das Gericht über sie herein (vgl. Amos 2,14f.). Ähnlich wie bei den Gerichtsworten über sein eigenes Volk ist auch dieses Gericht über die Völker für Jeremia in der Ankündigung schon so sehr gegenwärtig, daß er das Wehgeschrei der Hirten bereits zu vernehmen meint (V.36). Sie müssen mit ansehen, wie ihre Weide (d. h. ihr Land) verheert wird, so daß aus den saftigen, friedlichen Auen, wo einst ihre Herden weideten, eine unbewohnte, tote Wüste wird (V.37). Das Bild von den , Hirten hat wohl auch die Bildwahl in V.38 beeinflusst, wo Gott mit einem Löwen, der aus dem Dickicht aufbricht und sich voller Raubgier und Blutdurst auf die Herde stürzt, verglichen wird (vgl. Hosea 5,14; 11,10; 13,7). Manche Ausleger mochten zwar in Erinnerung an Kap.4,7 in diesem ,Löwen" eine Anspielung auf Nebukadnezar, den Würger der Völker, erblicken. Aber das eigentliche, handelnde Subjekt ist bei diesem Gericht so oder so Gott, und der Vergleich mit der Bildwahl Hoseas macht durchaus wahrscheinlich, daß in V.38 mit dem ,Löwen" Gott gemeint ist. Furchtbar ist's, wenn er mit der Glut seines Zorns über die Volker herfallt. Da ist kein Entrinnen! Helmut Lamparter aus „Prophet wider Willen“ Seite 231+232

Ja mein Gott, Du kannst in Deiner Wut über die Gottlosigkeit von uns Menschen zum Löwen werden, der ein wunderbar friedliches und wohlhabendes Land zu einer Wüste machen kann. Vergib Du uns unsere mehr oder weniger große Gottlosigkeit und ziehe uns immer mehr hinein in das Leben mit Dir, mit all seinen wunderbaren Folgen.