Das Gebet als bei Gott Rat holen

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Mittwoch 1.8.2018 – Lesung: Sprüche 1+2Sprüche 1,27-31ENGMAK 106 – Das Gebet als bei Gott Rat holen

Gott um Rat fragen und ihm einen Landplatz anbieten, den er auf unterschiedlich Weise benutzen kann, um uns auf Lebenswege zu führen, die ihn verherrlichen und uns gut tun.

Die Orientierung: Sprüche 1,27-31 Wenn das, was ihr fürchtet, wie ein Sturm über euch kommt, wenn ihr bedrängt seid von Angst und Schrecken. Dann schreit ihr nach mir, doch ich antworte nicht, dann sucht ihr mich, doch ihr findet mich nicht. Weil sie jede Einsicht hassten und es ablehnten, Jahwe zu fürchten,  weil sie meinen Rat nicht wollten und meine Mahnung verschmähten,  darum sollen sie essen, was sie sich eingebrockt haben, sollen satt werden am eigenen Rat.

Aus der persönlichen und der seelsorgerlichen Erfahrung heraus möchte ich Ihnen nun aufzeigen, wie sie ganz konkret vorgehen können, um Gottes Rat zu suchen. Am hilfreichsten ist es, wenn Sie zu zweit gleichzeitig in der Stille auf Gott hören können; so gewinnen Sie eine Bestätigung durch einen zweiten Zeugen (vgl. Joh.8,17). Zuerst formulieren Sie die Frage, mit der sie vor Gott kommen wollen. Am geeignetsten sind Ja/Nein-Fragen beziehungsweise solche, bei denen es nur zwei Alternativen gibt. Auch komplexe Fragestellungen lassen sich in einen Frage-Baum verwandeln, bei dem wir in zwei bis drei Schritten durch Alternativ-Fragen zum Ziel kommen können. Wenn die Frage geklärt ist, bitten sie Gott miteinander um offene Ohren- und Übereinstimmung; dann werden Sie still vor ihm. – Nun gilt es den inneren „Landeplatz“ freizumachen von allem suchenden Nachdenken und von den eigenen Überlegungen, Wünschen oder Befürchtungen, vertrauensvoll auf Gottes Reden zu harren, mit gespanntem, inneren Ohr hinaufzuhören. Nehmen Sie nun alles ernst, was nun bei Ihnen „landet“: eine Bibelstelle, eine Erinnerung, ein Bild, ein Wort, ein Gefühl – Gott kann durch die ganze Palette der seelischen Möglichkeiten zu uns sprechen. Manfred Engeli ENGMAK 106