Gideon

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Richter 6,11+12

Freitag 31.5.2024 – Der Fokus: Richter 6,11-24 Gott beruft Gideon zum Retter Israels Richter - Richter 6,11+12Gideon der Auserwählte Gottes / Die Midianiter RAGBDI 57f

Als Unterdrückte oder als solche, die in Gefahr stehen welche zu werden, zu Gott schreien, dass unser Held Jesus Christus uns zu seinen Helden macht, indem wir Menschen zu Gott und in die Freiheit führen können, dass sie in unseren Umfeldern wieder zunimmt

Die Orientierung:

Richter 6,11+12 Da kam der Engel Jahwes und setzte sich unter die Terebinthe bei Ofra, die Joasch gehörte, einem Mann aus der Abiëser-Sippe. Dessen Sohn Gideon war gerade dabei, Weizen in einer Kelter zu dreschen, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen. Der Engel Jahwes zeigte sich ihm und sprach ihn an: "Jahwe ist mit dir, du tapferer Held!" 

Das Midianitertum tritt in vielfältigen Gestalten auf. In wilder Furchtbarkeit erscheint es als Skythen-Hunnen-Ungarn-Sarazenen-Mongolen-Sturm. Hier bricht es von außen herein, von der Wüste her. Es kann aber auch als Plebs, als Pöbel, als Proletariat auftreten - als Wüste inmitten der Kultur und des einzelnen Volkes. Und es kann, beim Zerfall der Kultur, als allgemeine Nivellierung, als “Gleichschaltung", über die Welt kommen, hungrig und gierig, von der Leere her. Immer aber ist diese Herrschaft des Midianitertums ein Zeichen, dass Gott fehlt. Immer ist es ein Gebilde der Leere, der Wüste, ein Spuk der Wüste. Es ist wie Wüstensand und wird von gewaltigen Winden oder auch  Stürmen der Geschichte aufgewirbelt und vorwärts getrieben.  

In solchen Zeiten kommt, paradoxerweise, aber infolge des Gesetzes der Polarität, welches das menschliche Wesen (und nicht nur dieses!) beherrscht, der Einzelne zur  Geltung, und zwar auf doppelte Weise: im schlimmen Sinne als Diktator, im guten als Held und Richter. Als Held und Richter tritt er für Israel in Gideon auf. Nachdem die Not lange genug gedauert hat und lange zu Gott geschrien wurde, kommt der Bote Gottes zu Gideon, dem Sohn des Abiesriten Joas zu Ophra. Gideon drischt den Weizen, und zwar in einer Kelter. Also nicht, wie in normalen Zeiten,  auf der offenen Tenne auf freiem Hügel, in Gottes Sonne  und Wind. Denn jede gute Frucht muss vor den Midianitern verborgen werden. In Schluchten und Höhlen ist  das Volk geflüchtet. Gideon ist allein; er ist einsam. Er ist in seiner Wüste, der Wüste Gottes, in der Gott seine Führer und Helden findet, während aus der Wüste des Teufels die Dämonen kommen In solchen Zeiten fällt, das Vorgehen Gottes auf den Einzelnen, damit die rechte Polarität wiederhergestellt wird. Vom Einzelnen geht die Belebung auch der Vielen aus, die dadurch zur Freiheit gerufen werden.  

Zu diesem einsamen Gideon tritt der Bote Gottes und spricht zu ihm: „Gott sei mit dir, du tapferer Held!" Gott selbst muss zu dem Einsamen treten, damit er aus seiner  Verzagtheit erwacht und ein Held wird. Denn Gideon ist zunächst kein Held. Er kann bloß ein Held werden. Er ist zunächst auch ein Verzagter. Denn er kommt sich samt seinen Volksgenossen als von Gott verlassen vor. Leonhard Ragaz aus „Die Bibel eine Deutung – Die Geschichte Israels / Die Propheten“ Seite 56