Die Einladung ins Reich Gottes
Lukas 14,21-24 / Matthäus 22,21-24
Dienstag 10.3.2026 – Der Fokus: Lukas 14,15-24 Das Gleichnis vom großen Fest - Lukas 14,21-24 / Matthäus 22,21-24 – Die Einladung ins Reich Gottes - Leonhard Ragaz RAGDGJ 215+216
Als von Gott Berufener, seine Einladung zu seinem Fest annehmen, aber auch die Aufgaben übernehmen, um im Reich Gottes mit dem Hochzeitsgewand Christus auftreten und das Fest mitfeiern zu können
Die Orientierung:
Lukas 14,21-24 Als der Sklave zurückkam und das seinem Herrn berichtete, wurde dieser zornig. Er befahl ihm: 'Lauf schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hole die Armen, die Behinderten, die Blinden und die Gelähmten herein!' Bald meldete der Sklave: 'Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, aber es ist noch Platz für weitere Gäste.' Da befahl ihm der Herr: 'Geh schnell auf die Landstraßen und an die Zäune und dränge alle, die du dort findest, hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. Denn das eine sage ich euch: Keiner von denen, die ich zuerst eingeladen hatte, wird an meinen Tisch kommen!'"
Matthäus 22,11-14 Als der König hereinkam, um zu sehen, wer da gekommen war, fand er einen, der kein Festgewand anhatte. 'Mein Freund', sagte er zu ihm, 'wie bist du überhaupt ohne Festgewand hereingekommen?' Der Mann wusste darauf nichts zu antworten. Da befahl der König seinen Dienern: 'Fesselt ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die Finsternis.' Da wird das große Weinen und Zähneknirschen anfangen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige sind erwählt."
Wenn das Reich Gottes von den Pharisäern weg zu den Zöllnern und Sündern geht, wenn es von den Juden weg zu den Heiden geht, wenn es von den „Gläubigen“ weg zu den „Ungläubigen“ geht, wenn, anders gesagt, das Neue des Reiches Gottes an die Stelle von Religion, Christentum, Kirche tritt, dann könnte leicht ein Missverständnis entstehen. Dann möchte man vielleicht meinen, man könne dieses große Neue haben und im Übrigen bleiben wie man sei; man könne das Reich Gottes als Gabe haben ohne seine Aufgabe; man könne die Gerechtigkeit des Reiches Gottes haben ohne Gott; man könne die Gnade haben ohne das Gesetz, in der Zügellosigkeit einer falsch verstandenen Freiheit. Wenn dieses Missverständnis aufkommt, dann geht alles wieder verloren. Dann sinkt das Heidentum. das zu Christus gekommen ist, eben wieder in das Heidentum zurück. Dann geht ohne Gott, ihrem Quell und Hort, auch die Herrlichkeit des Reiches Gottes wieder zugrunde. Dann verliert sich, ohne das Gesetz, die Freiheit in den Sumpf. Nein, die neuen Geladenen müssen auch das Hochzeitsgewand anziehen, das ihnen ja geschenkt wird. Leonhard Ragaz „Die Gleichnisse Jesu“ Seite 215+217