Lukas 14,28-30
Mittwoch 11.3.2026 – Der Fokus: Lukas 14,28-32 Lebensgestaltung als Turmbauer - Lukas 14,28-30 – Der Lebensauftrag - Anselm Grün GRÜJAT 36+37
Die Gestaltung unseres Lebens, mit der Gestaltung und dem Bau eines Turmes oder Wolkenkratzers vergleichen, der auf sicherem Fundament steht und sich geradlinig am Himmel ausrichtet
Der Lebensstil:
Lukas 14,28-30 Wenn jemand von euch ein hohen Turm bauen will, muss er sich doch vorher hinsetzen und die Kosten überschlagen, um zu sehen, ob sein Geld dafür reicht. Sonst hat er vielleicht das Fundament gelegt, kann aber nicht weiterbauen. Und alle, die das sehen, fangen an zu spotten. „Das ist der“, sagen sie, „der ein hohes Haus bauen wollte und es nicht weitergebracht hat.“
Der Turm ist seit jeher ein Bild für die Menschwerdung. Er ist rund und weist so auf die Ganzheit des Menschen hin. Er hat seine Fundamente in der Erde und reicht doch hoch in den Himmel hinein. Der Mensch braucht ein tiefes Fundament in der Erde, in seiner Lebensgeschichte, um sich dann aufzurichten und auch ein Mensch des Himmels zu werden.
Jesus sagt nun wir sollen das Material genau anschauen. Das was uns zur Verfügung steht, das Material sind unsere Begabungen, die Erfahrungen unseres Lebens, aber auch die Verletzungen und Wunden. Unsere Lebensgeschichte ist das Material, das es zu formen gilt. Wir müssen materialgerecht arbeiten, wir sollen uns nicht mit anderen vergleichen und sollten nicht von abstrakten Bildern unseres Selbst ausgehen, sondern von der Realität unseres Lebens und von der inneren Ahnung, welche Form unserem Turm angemessen ist. Wir sollen unseren ganz persönlichen Turm bauen, ohne uns mit anderen zu vergleichen.
Jeder Turm hat seine eigene Schönheit, wenn seine Gestalt das Material gut verwendet, aus dem er gebaut wird. So sollen wir nicht nach den Türmen der anderen schauen und uns weder von Angst noch von Größenphantasien leiten lassen, sondern von dem inneren Bild, das Gott sich von uns gemacht hat, und von dem Material, das uns zur Verfügung steht. Wenn wir in unsere Seele und in unsere Lebensgeschichte schauen, lernen wir das Material kennen, mit dem wir bauen können: unsere Begabungen, unsere Begrenzungen, unsere Ressourcen. unsere Gefährdungen, die Erfahrungen von Liebe und die Verletzungen unserer Lebensgeschichte. All das ist das Material, das es zu formen gilt. In diesem selbst gebauten Turm können wir wohnen. Er entspricht unserem Wesen. Mit diesem kurzen Gleichnis vom Turmbau lädt uns Jesus ein, uns von Illusionen oder Selbstentwertungen zu verabschieden und am Bau unseres eigenen Turmes Lust zu entwickeln. Er wird inmitten der anderen Türme unser Wesen wiederspiegeln. Und er hat seine Berechtigung. Unser Turm muss nicht größer oder kleiner sein als die anderen. Er soll so werden, wie er unserem inneren Wesen und unserer Lebensgeschichte entspricht. Anselm Grün aus „Jesus als Therapeut“ Seite 35+36
Ja mein lieber Rabbi, es tut gut, die Gestaltung unseres Lebens als einen Bau verstehen, den wir so bauen, dass er Dich verherrlicht und vor allem fertig wird, so wie Du ihn gedacht hast. Da ist viel zu beachten, bei der Planung und beim Bau. Danke für den Bau meines Lebens, vollende Du ihn!