Lukas 2,36-38
Donnerstag 29.1.2026 – Der Fokus: Lukas 2,25-38 Simeon und Hanna erkennen Jesus - Lukas 2,36-38 – Das Gebet als Warten auf Gott - Anselm Grün GRÜWZL 328
Vor Gott, angestrahlt von seiner Liebe, sein Wirken – wenn es sein muss lebenslang, mit Fasten und Beten - erwarten, bis er Jesus wie und wo auch immer auftauchen lässt
Der Lebensstil:
Lukas 2,36-38 Damals lebte auch eine alte Prophetin in Jerusalem. Sie hieß Hanna und war eine Tochter Penuëls aus dem Stamm Ascher. Nur sieben Jahre war sie verheiratet gewesen und war jetzt eine Witwe von 84 Jahren. Sie verließ den Tempel gar nicht mehr und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Auch sie kam jetzt dazu und lobte Gott. Und zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten, sprach sie über dieses Kind.
Neben Simeon erscheint Hanna. Während Simeon als ein frommer und gerechter Mann beschrieben wird, wird Hanna Prophetin genannt. Der Mann allein repräsentiert nie den Glauben, wie ihn Lukas versteht. Ihm muss immer eine Frau gegenübergestellt werden, die einen anderen Aspekt der gläubigen Aufnahme Jesu zum Ausdruck bringt. Den Mann hatte Lukas als gerecht und fromm beschrieben. Den Charakter der Frau erhellt uns Lukas, indem er die Geschichte ihres Lebens und ihr gegenwärtiges Tun beschreibt. Das ist die Kunst des Schriftstellers. Der abwechselt zwischen Beschreiben und Erzählen. Hanna hat alle drei Stadien des Frauseins durchlebt: Jungfernschaft. Ehefrau und Witwe. Sie ist eine betende Frau. Sie hält sich ständig im Tempel auf. Und sie ist Prophetin. Sie sieht tiefer. Sie erblickt das, was Gott in Jesus tut. In Jesus wird die Erlösung, nach der sich die frommen Israeliten sehnen. für alle Menschen Wirklichkeit. Da werden die Menschen befreit aus ihrer Gefangenschaft, befreit von ihrer Entfremdung. Da werden sie zu freien Menschen, so wie Gott sie bei seiner Erschaffung gedacht hat. Anselm Grün aus „Jesus, Wege zum Leben“ Seite 328
Ja Vater, danke für das Vorbild von Hanna, die ihr Leben lang im Tempel auf Dein Wirken wartet und die plötzlich Jesus in hohem Alter erkennen kann. Lehre Du mich dieses Erwarten, auf das Du immer wieder eingehst in mir und dann auch in meinen Umfeldern.