Das Leiden über die Zerstörung Israels und das Gericht über die, die sich darüber freuen - Hesekiel 24-26 - 587 nach Christus

Hes.24,1 Jerusalem, ein Topf auf dem Feuer – Hes.24,15 Ein Trauerfall als Zeichen für den Fall Jerusalems – Hes.25,1 Prophetie gegen die spottenden Nachbarvölker – Hes.26,1 Prophetie gegen Tyrus

Foto Holgus

Mittwoch 16.1.2019 – Die Chronik HesekielFokus: Hesekiel 24-26Hesekiel 24,16-18 / 1.Korinter 7,29+30 -  Frederick B.MeyerDas Mitleiden

Sich auch nicht von tiefer Trauer vereinnamen lassen, um das Leid von anderen wahrnehmen und sie dann trösten zu können.

Der Lebensstil:

Hes 24,16-18 Menschensohn, siehe, ich will die Lust deiner Augen durch eine Plage von dir wegnehmen; aber du sollst weder klagen noch weinen und keine Tränen darüber vergießen. Seufze still, aber veranstalte keine Totenklage! Binde deinen Kopfbund um und lege deine Schuhe an deine Füße; verhülle den Bart nicht und iß kein Trauerbrot! Als ich nun am Morgen früh zum Volke geredet hatte, starb mir am Abend mein Weib. Da tat ich am andern Morgen, wie mir befohlen war.

Das war ein plötzlicher Schlag, der den Propheten traf, seine Ehefrau war gestorben. Am Morgen war seiner Augen Lust noch da gewesen und hatte für ihn gesorgt; am Abend war sie gestorben. Es ist im Orient Sitte, dass ein Leidtragender seinem Schmerz durch lautes Schreien Luft macht; aber in diesem Falle war es Hesekiel verboten. Hesekiel durfte seufzen, – aber nur leise. Keine Totenklage sollte stattfinden; er sollte weder weinen noch fasten, denn seine Aufgabe sollte ihn ganz erfüllen. Die Not des Volkes war schwerer als sein persönliches Leid; in seiner stummen Zurückhaltung sollte er den feierlichen, stillschweigenden Jammer darstellen, womit Israel in die Gefangenschaft ging.

Wir werden hier erinnert an die Worte des Apostels: Denn ich sage euch, Brüder, die Zeit ist kurz bemessen: In Zukunft sollten die, die Frauen haben, so sein, als hätten sie keine.Wer weint, soll sich nicht von Trauer überwältigen lassen, und wer fröhlich ist, nicht von Freude.  (1. Kor. 7,29+30). - Es gibt auch in unserer Erfahrung Zeiten, wo die persönlichen Empfindungen den nationalen und allgemeinen untergeordnet werden müssen. Da gilt es das Schluchzen unterdrücken, unsere beinahe unbezwingbare Bewegung beherrschen, ein stilles und ruhiges Äußere bewahren, um uns desto kräftiger und unablässiger der schreienden Not anderer widmen zu können. Edleres lässt sich nicht denken, als jene Selbstbeherrschung, die das Gesicht wäscht und schön macht, um losgelöst von sich selbst, desto mehr sich der eigentlichen Lebensaufgabe hinzugeben, um die Leidenden aller Art zu trösten. – Wie gut wäre es doch, wenn unsere Herzen so frei von Selbstsucht wären, dass unsere warme Teilnahme allen Bekümmerten offen stehen könnte! Frederick B.Meyer aus Evangeliums.net

Ja mein lieber Rabbi, Du wurdest gefoltert und bist dabei nicht in Selbstmitleid gefallen, sondern hast mit Freunden und Feinden denen mitgelitten. Mein Leiden an so manchem soll mich nicht vereinnamen können, dass ich das Leiden anderer nicht mehr wahrnehmen und sie trösten kann. Ich soll mich sogar schön machen, wenn ich trauere, um damit zum Ausdruck bringen, dass ich mit anderen mitleiden kann.