Den Weg zum Tod oder zum Leben, zum Unrecht oder zum Recht aufzeigen, auch wenn es in Auseinandersetzungen führt - Jeremia 20,1-22,30 - ca. 604 vor Christus

Jeremia 20,7-18 Jeremia klagt Gott sein Leid über sein Leben 

Jeremia 20,7 / Johannes 7,16 – Die Geschichte / Die Propheten - Leonhard Ragaz 

Jeremia 1,5 / Jeremia 20,7 – Die Berufung - Dietrich Bonhöffer BONBRE 298

Jeremia 22,1-9 Das Drohwort im Königspalast 

Jeremia 22,3+4 – Die Regierenden / Die Demokratie / Gerechtigkeit leben - Holgus

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Jeremia 20,7 / Johannes 7,16

Montag 2.10.2017 – Der Fokus: Jeremia 20,7-18 Jeremia klagt Gott sein Leid über sein Leben - Jeremia 20,7 / Johannes 7,16Die Geschichte / Die Propheten - Leonhard Ragaz 

Die Propheten Gottes der Geschichte, aber auch der Moderne auf uns wirken lassen, auch wenn wir dadurch dasselbe Schicksal erleiden wie sie

Die Faszination: 

Jeremia 20,7 HERR, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen; du bist mir zu stark geworden und hast mich überwunden! So bin ich zum täglichen Gelächter geworden, jedermann spottet über mich; 

Der rechte Prophet hat Vollmacht. Das unterscheidet ihn von jeder anderen Gestalt. – Diese Vollmacht muss der Prophet selbst empfinden, sonst ist er kein Prophet. Sie muss als Zwang über ihn kommen. „Wehe wenn ich nicht rede …“ Auch Jesus beruft sich auf diese Vollmacht: Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Johannes 7,16+17) Dieses Bewusstsein mag der Prophet in Demut haben, im Gefühl der eigenen Schwäche und Kleinheit, oder auch in stolzer Selbstbehauptung gegen die Anmaßung der weltlichen und geistlichen Gewalten. – Im Propheten, so können wir auf dieser Linie abschließend sagen, tritt die Unmittelbarkeit Gottes, die alle Mächte der Vermittlung auf die Seite schiebt und alle heiligen Überlieferung aufhebt. Er ist das Wunder der Geschichte. Er ist jenes Moment der Überraschung, das wir als Grundelement aller Geschichte immer wieder angetroffen haben. Er ist Träger der Schöpfung Gottes in der Geschichte. Leonhard Ragaz 

Ja abba Vater, Du sollst Dich mit mir auseinander setzen dürfen, wie Du durch mich reden kannst, in Einzelgesprächen oder in Predigten. Ich möchte es erleben, dass Dein Wort durch mich nicht leer zurückkommt, sondern zur Umkehr führt und Frucht bringt. Ja das möchte ich noch erleben, dass Du uns noch überraschen kannst und nicht die alte Leier auf der Straße oder auf der Kanzel gespielt wird.


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Jeremia 1,5 / Jeremia 20,7

Freitag 22.11.2024 – Der Fokus: Jeremia 1,4-19 Jeremia wird zum Propheten berufen - Jeremia 1,5 / Jeremia 20,7Die Berufung - Dietrich Bonhöffer BONBRE 298

Von Gott als sein Bote ausgesucht und durch sein Wort gepackt, den vorgezeichneten Weg Gottes gehen, auch wenn es Widerstände gibt 

Die Herausforderung:

Jeremia hat sich nicht dazu gedrängt, Prophet Gottes werden. Er ist zurückgeschaudert, als ihn plötzlich der Ruf traf: Er hat sich gewehrt, er wollte ausweichen - nein, er wollte dieses Gottes Prophet und Zeuge nicht sein – aber auf der Flucht packt ihn, ergreift ihn das Wort, der Ruf. Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen, Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen. (Jeremia 20,7) Er kann sich nicht mehr entziehen, es ist um ihn geschehen. Gott hat sein Opfer, oder wie es einmal heißt, der Pfeil des allmächtigen Gottes hat das gehetzte Wild. Jeremia ist sein Prophet. Von außen her kommt es über den Menschen, nicht aus der Sehnsucht seines Herzens, nicht aus seinen verborgenen Wünschen und Hoffnungen steigt es herauf. Das bindet, kommt nicht aus den Tiefen unserer Seele, sondern Wort, das den Menschen stellt, packt, gefangen nimmt, es ist das fremde, unbekannte, unerwartete, gewalttätige, überwältigende Wort des Herrn, der in seinen Dienst ruft, wen und wann er will. Da hilft kein Widerstreben, sondern da heißt Gottes Antwort: "Noch bevor ich dich im Mutterleib formte, hatte ich dich erwählt. Noch ehe du geboren wurdest, hatte ich dich geweiht: / Zum Propheten für die Völker bist du bestimmt!“ (Jeremia 1,5) Und dann ist dies fremde, ferne, unbekannte, gewalttätige Wort auf einmal das uns schon so unheimlich wohlbekannte, unheimlich nahe, überredende, betörende, verführende Wort der Liebe unseres Gottes, den es nach seinem Geschöpf verlangt. Dem Menschen ist ein Lasso über den Kopf geworfen, und nun kommt er nicht mehr los. Versucht er zu widerstreben, so spürt er erst recht, wie unmöglich das ist, denn das Lasso zieht sich immer enger und schmerzhafter zusammen und erinnert ihn daran, dass er ein Gefangener ist. Er ist Gefangener, er muss folgen. Der Weg ist vorgeschrieben. Es ist der Weg des Menschen, den Gott nicht mehr loslässt, der Gott nicht mehr los wird, das heißt aber auch der Weg des Menschen, der nie mehr - im Guten oder Bösen - gottlos wird. Dietrich Bonhöffer aus „Brevier“ Seite 298 

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Jeremia 20,14

Freitag 2.10.2009 - Fokus: Jeremia 20-22 - Jeremia 20,14 - SCHTIS 55 - Die Propheten Israels - Hoher psychischer Preis - Gegen den Strom -

Wer im Kampf zwischen himmlischen und menschlichen Mächten steht, der muss auf eine raue See gefasst und ihr mental gewachsen sein. Foto Fotolia        

Die Herausforderung:

Jeremia 20,14 Verflucht sei der Tag, da ich geboren bin; der Tag, an welchem mich meine Mutter zur Welt gebracht hat, sei nicht gesegnet!

Jeremia war mutlos, weil er als einzelner gegen den Strom schwamm. Und ich möchte ihnen sagen: Wer in unserer eigenen Generation im Kampf steht, der kann sich nicht auf einer Luftmatratze treiben lassen. Wenn sie Gott lieben, wenn sie die Menschen lieben und Mitgefühl mit ihnen haben, müssen Sie psychisch einen hohen Preis zahlen. Francis Schaeffer SCHTIS 55              

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Jeremia 22,3+4

Dienstag 17.6.2025 – Der Fokus: Jeremia 22,1-9 Das Drohwort im Königspalast - Jeremia 22,3+4Die Regierenden / Die Demokratie / Gerechtigkeit leben - Holgus

Recht und Gerechtigkeit gegenüber jedermann mit Würde ausleben, einander gerecht werden lernen, als Mitmensch, als Demokrat, aber auch als Regierende, dann werden wir nicht nur von Gott, sondern auch von Menschen geehrt

Die Verheißung:

Jeremia 22,3+4 Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, befreit die Beraubten aus der Gewalt ihrer Unterdrücker! Bedrängt weder Fremde, noch Waisen und Witwen, und misshandelt sie nicht! Vergießt kein unschuldiges Blut! Nur wenn ihr euch wirklich daran haltet, werden auch weiterhin Könige durch diese Tore einziehen, Könige, die auf dem Thron Davids sitzen; mit Pferd und Wagen werden sie fahren, sie und ihre Diener und das Volk. 

Dieses Wort von Jeremia an Zedekia, ist sicher direkt einmal an ihn als König gerichtet. Leider war er wohl zu sehr in seinem gottlosen Regieren verstrickt, das sich nicht an das Recht Gottes hielt, um es wahrzunehmen. Die Vorgehensweise konnte Zedekia nicht mehr umsetzen und deren Verheißung erleben. Sie war wohl eher eine Begründung des Gerichts das über ihn und Jerusalem bald kommen würde, weil der König eine alternative Vorgehensweise ausschlug, die ihm und dem Volk gut getan hätte. Es ist also wohl eher ein Wort an die Regierenden aller Zeiten bis heute, aber auch seit der Verwirklichung der Demokratie auch an uns Demokraten, die Regierende zu wählen haben, die Recht und Gerechtigkeit durch ihre Politik umsetzen sollten. Es ist aber auch ein Wort an uns Menschen, die Recht und Gerechtigkeit im Umgang miteinander zunehmend einüben sollten. Wir sollten Vereinnamung und Bedrängung selbst nicht ausüben und in unseren Umfeldern aufzulösen versuchen, sondern im Gegensatz dazu miteinander so umgehen, dass wir Übereinstimmung in allen Konflikten und Herausforderungen anstreben und umzusetzen versuchen. Wir sollen lernen einander gerecht zu werden, das eine umfassende Menschenwürde lebt und sie auch erleben will, mit den Nächsten, aber auch mit entfernt lebenden Menschen. Wir werden dann mit Würde leben können, wie ein König, der von anderen Königen besucht wird, denen es gut geht und die ihre Gemeinschaft miteinander genießen können. Holgus