Matthäus 11,25

Montag 22.6.2020 – 2.SONNTAG NACH TRINITATIS – Der Predigtext: Matthäus 11,25-30 - Matthäus 11,25 / Jesaja 29,14Die Unmündigkeit - Hermann Bezzel / Wilhelm Busch

Im Bewusstsein des Kindes leben, das die Komplexität des Lebens verstehen will, aber sie nicht zu beherrschen glaubt, um Offenbarungen Gottes zunehmend erfahren zu können

Die Orientierung:

Matthäus 11,25 Damals rief Jesus aus: "Vater, du Herr über Himmel und Erde, ich preise dich, dass du das alles den Klugen und Gelehrten verborgen, aber den Unmündigen offenbar gemacht hast. Jesaja 29,14 Deshalb will ich auch in Zukunft seltsam handeln an diesem Volk, wunderlich und wundersam, dass die Weisheit seiner Weisen vergeht und der Verstand ihrer Verständigen verfliegt.

Wo ein armer Mensch nach Trost verlangt und eine Seele aus ihrer Angst nach Hilfe begehrt, wo die Worte sich nicht mehr einstellen wollen und alle Begriffe weichen und zerrinnen, da tritt die Bibeloffenbarung ein und zeigt die ewigen Friedensgedanken als von ihm bereitete und vor ihm bereitete. So lässt er sich nieder zu denen, die ihn nicht verstehen, und redet mit ihnen, dass sie verstehen mögen. Aller „Trost“ anderer Religionstraditionen trägt nicht Mitleid mit den Armen; „aus der Höhe“ sind seine Kenner und Forscher, „die Vornehmen im Geiste“ sind seine Freunde, aber das arme, geknechtete, heimatfremde und trostbedürftige Volk geht leer aus. Hier ist das Wort, das mit den Müden zu rechter Zeit zu reden weiß, hier ist das Wort, das zu Herzen spricht, weil es selber ein Herz voll Leid und Not getragen hat. Hermann Bezzel aus Evangeliums.net

Achtet darauf, was Jesus hier als Gegensatz gegen „die Weisen und Klugen" herausstellt. Nicht „den Dummen" wird es offenbart, sondern „den Unmündigen". „Unmündig" sind seltsamerweise die ganz kleinen Kinder und ganz alte Menschen. „Unmündige" das sind Menschen, die in keiner Weise allein fertig werden können. Unmündige, das sind die völlig Hilflosen. Wilhelm Busch aus Evangeliusm.net

Ja abba Vater, Du liebst die Kinder, diejenigen, die sich nicht als weise und klug halten. Du ofenbarst Dich denen, die sich bewusst sind, dass das Leben zu komplex ist, um es zu verstehen und und darin zurecht zu finden. Du möchtest, dass wir immer offen für Dich bleiben und uns von Dir lehren lassen. Wenn wir zu genau wissen, was gut ist und was wir tun sollen, dann ist Vorsicht geboten. Dann kannst Du Dich nicht offenbaren, wie wir zu sein, was wir zu tun und wie wir etwas einzuschätzen haben. Bewahre mich in der Unmündigkeit, in der Abhängigkeit von Dir, ja vertiefe sogar noch dieses Bewußtsein.