ROHZSH - Richard Rohr - Zwölf Schritte der Heilung

Donnerstag Neujahr 1.1.2015 – Lesung: Matthäus 7,1-6 - Matthäus 7,3+4ROHZSH 18 - Die Macht - Die Sünde Richten

Freie Sicht für die Wirklichkeit bekommen, indem sich der Balken vor unseren eigenen Augen in der tiefen Abhängigkeit von Gott auflöst. Foto Fotolia

Die Ermahnung: Mt 7,3+4 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, - und siehe, der Balken ist in deinem Auge?

Das gesamte Spiel des Selbstbetrugs wird in diesem großartigen Satz von Jesus entlarvt. Offenbar brauchen wir Zwang, um uns mit dem Balken zu beschäftigen. Für viele, wenn nicht für die meisten Menschen ist der einzige Zwang, der dazu stark genug ist, die Erfahrung einer Sucht, eines moralischen Scheiterns, eines Absturzes, dem gegenüber sie machtlos sind. – Bei Alkoholikern ist die Machtlosigkeit lediglich allgemein sichtbar. Wir anderen verbergen sie auf verschiedene Weise und kompensieren unsere verborgenen, subtileren Süchte und Anhaftungen – vor allem unsere Abhängigkeit von einer bestimmten Art zu denken. – Wir glauben wir seien identisch mit unserem Denken, und wir halten unser Denken tatsächlich für ganz und gar wahr, was uns mindestens zwei Schritte von der Realität entfernt. In Wirklichkeit sind wir selbst unsere schlimmsten Feinde und daher brauchen wir vor allem Erlösung von uns selbst. Richard Rohr ROHZSH 18  

Donnerstag 22.1.2015 – Die Buchstudie: Zwölf Schritte der HeilungJohannes 12,24 / 2.Korinther 12,9 - ROHZSH 32 - Das Ego sterben lassen Kapitel 1 Machtlosigkeit - Aufgehen in der Schwachheit und des inneren Sterbens

Immer weiter als Weizenkorn schwach werden und in unserer Erde Gott absterben, um aufzugehen im Licht Gottes, um fruchtbar in underen Umfeldern wirken zu können. 

Die Herausforderung:

Johannes 12,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. - 2.Korinther 12,9 Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 

Erst wenn wir ganz unten angekommen sind und unser Reservetank leer ist, haben wir keinen Grund mehr, einfach auf eine höhere Oktanzahl unseres Brennstoffes umzusteigen. Erst wenn wir auf einen Menschen, eine Situation, ein Ereignis, eine Idee, einen Konflikt oder eine Beziehung stoßen, die wir selbst nicht managen können, machen wir Bekanntschaft mit dem wahren Manager. – Diejenigen die bisher glaubten, ihr Leben im Griff zu haben oder in Griff kriegen zu können, werden versuchen mittels Willenskraft und Bestimmtheit ein noch stärkeres Selbst aufzubauen, um die Zügel wieder in die Hand zu bekommen und die Kontrolle wieder zu erlangen. – Dieses Selbst reagiert immer unangemessen oder falsch. Seine Reaktion wird das Leben, die Liebe oder das innere Leben niemals vertiefen oder verbreitern. Unser Ego ist immer an Äußerlichkeiten gebunden, weil es keine innere Substanz hat. Es definiert sich durch Anhaftungen und Abneigungen. Die Seele dagegen haftet weder an, noch hasst sie – sie begehrt und liebt und lässt los. Richard Rohr aus "Zwölf Schritte der Heilung" Seite 32

Dienstag 10.2.2015 – Matthäus 5,4 - ROHZSH 40 - ROHPUP 136 - Die Trauer/Das Leid -

Mit leerem Geist und erfülltem Herz Leiden transformieren und nicht auf andere projizieren, um Lektion um Lektion zu lernen und dabei zunehmend selig zu werden. Foto Fotolia

Die Herausforderung: Mt 5,4 Selig sind die Trauernden, selig sind die Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden! – Schritt 2 des 12-Schritteprogramms  ist klug genug, Gebet und Meditation als notwendig für den Heilungsprozess zu benennen. –Man könnte sagen, dass echte Spiritualität immer damit zu tun hat, den Geist zu leeren und das Herz zu füllen – beides zu gleicher Zeit. Richard Rohr ROHZSH40 – Nichtduale Menschen nutzen ihr Wissen zur Transformation von Menschen und Strukturen dagegen vor allem dazu, sich selbst zu verändern und die Wirklichkeit mit neuen Augen und Herzen zu sehen. Sie halten die Konflikte des Lebens aus und durchleiden sie, anstatt sie an andere weiterzureichen oder auf andere zu projizieren. Sie schütteln den Lebensschmerz nicht ab, bevor sie seine notwendigen Lektionen gelernt haben. Richard Rohr ROHPUP136